Netzentgelte
Mit der AgNes-Reform der Bundesnetzagentur, dem angekündigten EU-Netzpaket und parallelen Reformen in zahlreichen europäischen Ländern stehen Netzentgelte im politischen Fokus. Steigende Netzkosten, neue Verbraucher wie Wärmepumpen, E-Autos und Batterien sowie umstrittene Industrierabatte setzen die überkommene Systematik unter Druck; künftig sollen auch Erzeuger beteiligt werden.
Wir beraten Netzbetreiber, Industrie und Politik zu dynamischen, regionalen und Erzeuger-Netzentgelten – von der ökonomischen Analyse über Gutachten bis zum konkreten Reformvorschlag. Mit unserer Netzentgeltprognose unterstützen wir Unternehmen und Investoren bei der Einschätzung künftiger Kosten.
Lion Hirth verantwortet unsere Arbeit zu Netzentgelten.

Prof. Dr. Lion Hirth
hirth@neon.energy
+49 157 55 199 715
The Economics of Power Grids (EN) A comprehensive introduction to the technology, economics, operation, and regulation of electricity grids: from locational pricing and redispatch to network charges and dynamic grid fees. Designed for anyone who plans, operates, regulates, or uses electricity grids, from network operators to flexibility providers.
Grundlagen der Energiewirtschaft (DE) Eine kompakte Einführung in Energie- und Netzwirtschaft sowie den politisch-regulatorischen Rahmen. Der Kurs vermittelt ein grundlegendes Verständnis von Stromsystem, Marktmechanismen und Regulierung. Für Berufs- und Quereinsteiger bei Energieversorgern und Netzbetreibern sowie in Projektentwicklung und Energiepolitik.
Industrienetzentgelte (Multi-Client). Bereits seit mehreren Jahren läuft der Reformprozess der Industrie-Sondernetzentgelte (§19 Abs. 2 StromNEV). Für eine Gruppe von 17 energieintensiven Unternehmen entwickeln wir ein praktikables Modell, das den heterogenen Anforderungen der verschiedenen Branchen gerecht wird. Laufend.
Trafokosten (Thyssenkrupp). Die EU schützt heimische Hersteller von Transformatorenstahl durch Antidumpingzölle. Aktuell werden angesichts steigender Importe weitere Handelsmaßnahmen diskutiert. Für den Stahlhersteller Thyssenkrupp quantifizierten wir, wie steigende Stahlkosten für Transformatorkerne auf Netzkosten und -entgelte europäischer Stromverbraucher durchschlagen würden. 2026.
Erzeugernetzentgelte Offshore-Wind (BWO). Die Bundesnetzagentur will Stromerzeuger ab 2029 an den Netzkosten beteiligen – zur Verbraucherentlastung und als Anreiz für Netzdienlichkeit. Für den Offshore-Windverband BWO zeigen wir: Da der Staat Standorte, Anschlüsse und Kapazität vorgibt, entfaltet das Entgelt keine Lenkungswirkung, erhöht aber die CfD-Gebote – zulasten des Bundeshaushalts. 2026.
Pilot dynamische Netzentgelte (dena). Im Pilotprojekt entwickeln wir mit FfE und UnternehmerTUM eine datenbasierte Systematik, die Netzengpässe in gezielte Preissignale übersetzt. Wir analysieren Last- und Preisdaten, untersuchen die Wirkung der Preissignale auf den Verbrauch, bewerten Folgen für Flexibilitätsgeschäftsmodelle und erproben Laststeuerung über SMGW im Feldtest. Laufend. Website.
Industrienetzentgelte (Aurubis). Aufbauend auf Modell C der Bundesnetzagentur entwickeln wir einen Vorschlag zur Reform der Netzentgeltrabatte für die Industrie. Wir identifizieren die Bedarfe der Netzbetreiber, analysieren die flexibilisierbaren Prozesse des Kupferherstellers Aurubis und konkretisieren Parameter wie Vorlaufzeiten und Eingriffshäufigkeit. 2026.
Netzdienliche Speicher (Multi-Client). Deutschland plant dynamische Netzentgelte für Batteriespeicher ab Anfang der 2030er. Für Enspired, E.ON, EWE und Green Flexibility entwickelt Neon im Unterauftrag von UnternehmerTUM die Methodik, die lokale Engpässe in zeitlich und räumlich differenzierte Preissignale übersetzt, und testet Berechnungsansätze und Aggregationsebenen an realen Daten. Laufend.
Dynamische Netzentgelte (EWE). Deutschland reformiert seine Netzentgelte. Flexible Anlagen optimieren zunehmend auf Spotpreise; Synchronisationseffekte erzeugen neue Lastspitzen in spannungskritischen Netzen. Für den Netzbetreiber EWE NETZ untersucht Neon, welche dieser Probleme zeitvariable oder dynamische Entgelte lösen können, und simuliert deren Wirkung auf Last, Erlöse und Kosten. Laufend.
Netzentgelte-Reform (Creos). Luxemburgs Stromsystem wandelt sich rasant und erfordert bis 2027 eine Reform der Netzentgelte für Mittel- und Hochspannungskunden. Beteiligt sind der Netzbetreiber Creos, Verteilnetzbetreiber, Regulierer und Regierung. Neon strukturiert die Reform, bindet Stakeholder ein, bewertet Entgeltoptionen und zieht Lehren aus anderen Ländern. Laufend.
Grids & Benefits (UnternehmerTUM). Grids & Benefits ist ein Pilot zu dynamischen Netzentgelten mit ÜNB, VNB und Aggregatoren. Granulare Entgelte wurden day-ahead veröffentlicht und für netzdienliche Lastverschiebung genutzt – mit starker Evidenz für ihre Wirkung auf den Niederspannungsverbrauch. Für UnternehmerTUM leitete Neon Stakeholdermanagement, quantitative Analysen und Kommunikation. 2025.
Erzeugernetzentgelte (TenneT). Länder wie die Niederlande diskutieren Erzeugernetzentgelte, um die Kosten der Offshore-Netzanbindung teilweise auf ausländische Verbraucher zu wälzen. Mit unserem Partner Consentec lieferten wir dem niederländischen ÜNB TenneT eine ökonomische Bewertung solcher Entgelte und rieten insbesondere von Leistungspreis-Komponenten ab. 2024–25. Studie.
Industrielle Netzentgeltrabatte (TenneT). Seit Jahrzehnten verhindert Deutschlands System der Netzentgeltrabatte für die Industrie deren Flexibilisierung; nun hat sich ein Reformfenster geöffnet. Für den Übertragungsnetzbetreiber TenneT arbeiteten wir die zahlreichen Probleme der Rabatte heraus und entwickelten Reformoptionen. 2024. Studie.
Eicke et al. (2020): Locational investment signals in electricity markets
